Alte Farbe
Sechs Paletten-Bilder
von Johannes Nawrath

Gedichte von
Mirco Bonné. Sylvia Geist, Robert Gernhard,
Matthias Politycki, Hellmuth Opitz,
Ulrich Schacht

Mit einer Beilage: »Von Bildern und Paletten«,
Rede von Harald Kimpel zur 23. Atelier-Vernissage am 26.11.17

Privatdruck, Hamburg 2017

24 x 16 cm, 24 Seiten, sechs Farbabbildungen,
Klappbroschur, 250 nummerierte und signierte Exemplare

Euro 15,–
zuzüglich Euro 2,– Porto- und Verpackung
Bestellung unter: jn@johannes-nawrath.de

 

»Meine ersten rund hundert Bilder malte ich mit Plakafarbe auf Bristolkarton; erst ab 1994 malte ich mit Acryl auf Leinwand. Als Palette zum Mischen der Farben benutze ich seitdem Bristolkarton-Reste in der Größe dieser Broschüre, erst die eine Seite, dann die andere.
Im Laufe von rund dreißig Jahren habe ich die über drei Dutzend Vorder- und Rückseiten aufgehoben, nicht datierte Protokolle meiner Arbeit, abstrakt anmutende Zeugen der Entstehung realistischer Bilder.
Während der Arbeit an den Gletscherbildern im Herbst 2016 kam mir der Gedanke, einige dieser Paletten stark vergrößert zu malen – neue Bilder alter Farbe.
Die sechs Gemälde dieser Serie im Format
120 x 80 cm sind hier verkleinert reproduziert. Dazu habe ich Gedichte ausgesucht, deren Autoren sich bereits in Reden bei Vernissagen mit meinen Bildern auseinandergesetzt haben – auch sie also Zeugen meines Tuns.«
Johannes Nawrath

»So neu und anders und möglicherweise irritierend (im Vergleich zu den früheren Arbeiten) uns diese Werkphase also vorkommen mag, bewegt sie sich doch nicht außerhalb der bisherigen Konzeption. Die hügeligen Paletten mit ihren Erhebungen, Einsenkungen und Graten sind jene Landschaften, denen das malerische Interesse Johannes Nawraths seit jeher galt. Und stets waren diese Stadt- und Landschaftsbilder, die Seestücke und Industriegegenden bei Lichte besehen zusammengesetzt aus reinen Strukturen, die ihre jeweils konkrete Bedeutung nur als notwendiges, aus dem Kontext heraus zu verstehendes Anhängsel mit sich tragen.
Und schon beginnt – ob wir wollen oder nicht – das alte Spiel: Unweigerlich fühlen wir uns provoziert, im Gewoge der Farbverläufe Gegenstände zu entziffern. Wir glauben Gesichter, Menschen, Tiere, Monstren, Masken zu erkennen. Wir imaginieren (auf gut surrealistische Weise) Bedeutung, wo keine ist.«
Harald Kimpel